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Schütze - Unikat (17x22x4cm)
Schütze - Unikat (17x22x4cm)
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• Original Skulptur (Kupfer)
• Zertifikat wird mitgeliefert
• Maße: 17 x 22 x 4 cm
• Entstehungsjahr: 2024
• Künstler: Wladimir Rudolf
"Auf den ersten Blick können wir uns nicht sicher sein: Wann wurden diese Plastiken geschaffen, und woher stammen sie? Hat man die schmalen Figuren nicht in ähnlicher Weise schon einmal in einer alten Höhlenmalerei gesehen? Sie verkörpern grundlegende Muster von Aufstieg, Bewegung und Gleichgewicht. Bei näherer Betrachtung dann eine seltsame Ahnung: Ist das etwa Kunst aus miteinander verschmolzenen Kupferdrähten? Wenn es so wäre, dann verschwindet die historische Referenz - denn so etwas hat man noch nie gesehen.
Tatsächlich arbeitet der Munsteraner Künstler Wladimir Rudolf im Spannungsfeld zwischen überzeitlicher Form und innovativer Technik. Dabei entstand seine neue Werkgruppe unter Zuhilfenahme von grobem Werkzeug: Schweißgerät, Hammer und Zange. Rudolf betrachtet sein Objekt durch das schwarze Glas einer Schutzmaske, während er es auf 800 Grad Celsius erhitzt. Dann verflüssigt sich der Kupferdraht und wird formbar. Doch das Material ist eigensinnig, es bleibt immer ein Rest, der sich der Gestaltung entzieht. «Kupfer hat manchmal bessere Ideen als ich selbst», sagt der Künstler und vergleicht die Berücksichtigung der Fließeigenschaften mit der Aquarellmalerei. Die etwa 30 cm großen Skulpturen erhalten indes keinen Pinselstrich, Farbeffekte kommen durch gezielte Oxidation zustande.
Rudolfs Kupferschmiede kennt keine reproduzierbare Form (wie der traditionelle Bronzeguss), sondern nur Unikate. Respekt vor dem Material ist ein Leitmotiv seiner Arbeit. Die Kupferdrähte stammen von der Mülldeponie, sie werden durch den künstlerischen Akt in einen neuen Zustand überführt. Hier deutet sich an, was Rudolf unter «Moderner Archaik» versteht: den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen, aber auch mit kunstgeschichtlichen Quellen. Etwas Uraltes kann so zu plötzlicher Aktualität kommen (ein Phänomen übrigens, das schon die Impressionisten in ihrem Bezug auf frühe Kulturen bezeugten).
Eine schöne Pointe, dass trotz einer demütigen Grundhaltung Wladimir Rudolfs künstlerische Handschrift charakteristisch bleibt: Man erkennt sie wieder wie alte Freunde, die hoch aufgeschossenen Zeitgenossen mit ihren großen Füßen - nur waren sie, als man sie zuletzt sah, größer und aus Holz. Somit bilden die vorliegenden Kupferarbeiten ein neues Kapitel innerhalb eines originären Gesamtwerks."
- Prof. Dr. Andi Schoon, Hochschule der Künste in Bern
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